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Praxis-Website oder Jameda: Was Ärzte brauchen

12 Min. Lesezeit

Praxis-Website oder Jameda: Was Ärzte brauchen

Praxis-Website oder Jameda: Warum Ärzte, die nur auf Jameda setzen, ein Problem haben

Stellen Sie sich vor: Ihre Praxis läuft gut. Jameda-Profil gepflegt, Bewertungen solide. Dann ändert das Portal seine Regeln, wie 2019 nach dem BGH-Urteil. Plötzlich erscheinen auf Ihrer Profilseite Wettbewerber aus der Nachbarschaft. Sie können nichts dagegen tun.

Laut Bitkom (Dezember 2025, n=1.145) haben 64 % der Deutschen mindestens einmal einen Arzttermin online vereinbart. Wer da nicht sichtbar ist, verliert Patienten. Die Frage ist nicht ob digital, sondern wo und auf wessen Plattform.

Die Frage nach praxis website oder jameda ist keine Entweder-Oder-Entscheidung. Aber sie hat eine klare Hierarchie. Dieser Artikel zeigt, was Jameda kann, was es nicht kann, und warum Ihre eigene Website das Fundament ist, das kein Portal ersetzen kann.

Das Wichtigste in Kürze

Thema Key Takeaway
Jameda Reichweite 41,8 % der Patienten nutzen Jameda bei der Arztsuche, aber 73,8 % wollen eine vertrauenswürdige Praxis-Website (Datapuls-Studie, 2020)
Kontrolle Ihr Jameda-Profil gehört Ihnen nicht. BGH (VI ZR 692/20, 2022): Ärzte haben keinen generellen DSGVO-Löschanspruch
Branchenspezifik Für Schönheitschirurgen und Zahnärzte mit IGeL-Anteil ist die eigene Website deutlich wichtiger als für Kassenärzte
Kombination Website als Fundament, Jameda als Sichtbarkeits-Ergänzung, nicht umgekehrt
Langfristkosten Portale laufen monatlich weiter. Eine eigene Website ist einmalige Investition mit dauerhaftem SEO-Effekt

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Was Jameda kann, und was nicht

Jameda ist das bekannteste Arztbewertungsportal in Deutschland. Seit 2022 gehört es zur Docplanner Group, einer globalen Gesundheitsplattform mit Sitz in Warschau. Die Übernahme war ein Signal: Das Portal denkt über reine Bewertungen hinaus.

Was Jameda heute bietet: Profil-Sichtbarkeit, Bewertungsverwaltung und Online-Terminbuchung. Bei der Terminbuchung ist Jameda der zweitgrößte Anbieter in Deutschland, mit einem Marktanteil von schätzungsweise 15–20 %. Marktführer ist Doctolib mit rund 70 % Marktanteil und 25 Millionen registrierten Patienten (Stand April 2025).

Das Basis-Profil auf Jameda kostet nichts. Ärzte werden dort auf Basis öffentlicher Daten gelistet, auch ohne Einwilligung. Das ist höchstrichterlich entschieden (BGH VI ZR 358/13, 2014). Schnelle Sichtbarkeit ohne eigene SEO-Arbeit: Das ist die Stärke des Portals.

Die Grenzen sind genauso real. Kein eigenes Branding. Kein eigenes Ranking auf Google. Kein Profil, das Ihnen gehört. Und: Algorithmus-Änderungen betreffen Sie, ob Sie wollen oder nicht.

Arztbewertungsportale im Überblick (Stand: März 2026)

Portal Typ Besonderheit
Jameda Bewertung + Terminbuchung Teil Docplanner-Gruppe, ca. 15–20 % Marktanteil Terminbuchung
Doctolib Terminbuchung (primär) Marktführer, ca. 70 % Marktanteil, 25 Mio. registrierte Patienten
Sanego Bewertung Platz 2 bei reinen Arztbewertungen
Google Business Profile Bewertung + lokale Suche Für jeden Arzt unverzichtbar, kostenlos

Quellen: Doctolib-Pressemitteilung 16.04.2025, vzbv.de

Wer sucht wie? Was Studien über das Suchverhalten von Patienten zeigen

Die Zahlen sind eindeutig: Die Mehrheit der Deutschen bucht Arzttermine bereits online. 64 % haben das laut Bitkom (Dezember 2025) mindestens einmal getan. 2024 waren es noch 50 %, 2023 nur 36 %. Das Wachstum ist rasant.

Von diesen Online-Buchern nutzen 58 % spezialisierte Portale wie Doctolib, Jameda oder Clickdoc. Aber 25 % buchen direkt über die Website der Praxis, und dieser Anteil steigt. Wer also gar keine eigene Website hat, verliert ein wachsendes Segment.

Ein Paar sitzt abends im Wohnzimmer auf dem Sofa und vergleicht am Smartphone gemeinsam Ärzte in der Umgebung

Laut einer Datapuls-Studie (Socialwave GmbH / Consumerfieldwork Hamburg, Dezember 2020, n=1.005) legen 73,8 % der Patienten Wert auf "eine vertrauensvolle und informative Webseite". Nur 41,8 % vertrauen Bewertungen auf Jameda. Hinweis: Die Studie wurde von einem Praxis-WLAN-Dienstleister in Auftrag gegeben, die Richtung der Ergebnisse ist aber konsistent mit anderen Untersuchungen.

Patientenumfrage zur Arztsuche Vertrauensvolle und informative Praxis-Website 73,8 % Vertrauen in Bewertungen auf Jameda 41,8 % Quelle: Datapuls-Studie 2020, n=1.005. Skala 0 bis 100 %. AI

Die Bertelsmann Stiftung zeigt in ihrer Untersuchung zu Arztbewertungen: 60 % der Nutzer von Bewertungsportalen haben sich schon einmal für einen Arzt auf Basis von Online-Informationen entschieden. Unter 40-Jährigen sind es 70 %.

Das Fazit aus den Daten ist klar. Patienten wollen beides, aber die eigene Website ist der Vertrauensanker. Das Portal ist die Suchmaschine. Wer nur das Portal hat, fehlt beim Vertrauensaufbau.

Was passiert mit Ihrer Praxis, wenn Jameda die Regeln ändert?

Jameda hat sein Geschäftsmodell bereits 2019 nach einem BGH-Urteil grundlegend geändert. Ärzte, die damals nur auf das Portal gesetzt hatten, verloren Ranking-Positionen ohne eigenes Zutun. Wer sein Marketing auf fremder Plattform aufbaut, gibt die Kontrolle ab. Das kann sich jederzeit wiederholen.

Das ist keine Theorie. Es ist Geschichte.

Im Februar 2018 entschied der BGH (VI ZR 30/17), dass Jameda durch sein Zwei-Klassen-System, zahlende Ärzte ohne Konkurrenz-Einblendungen, nicht zahlende Ärzte mit, nicht mehr als neutraler Informationsvermittler galt. Das Portal musste 2019 sein gesamtes Geschäftsmodell umbauen. Umbenennung. Neue Ranking-Logik. Neue Preisstruktur.

Ärzte, die bis dahin gutes organisches Jameda-Ranking hatten, mussten das neu erkämpfen. Wer nur auf Jameda gesetzt hatte, stand ohne digitales Fundament da.

Dann kam 2022 der nächste Einschnitt: Docplanner kaufte Jameda. Ein polnisches Unternehmen übernimmt das größte deutsche Arztbewertungsportal. Neue Investoren, neue Strategie, neue Prioritäten. Für Ärzte, die ihr gesamtes Online-Marketing dem Portal überlassen hatten, bedeutete das: Fremde entscheiden über ihre Sichtbarkeit.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisierte Jameda im April 2025 für unzureichende Filterfunktionen, erzwungene Kontoerstellung und Termine, die sich trotz Listing als Privatsprechstunden herausstellten. Das Portal entwickelt sich weiter, aber nicht immer im Interesse der gelisteten Ärzte.

Die eigentliche Frage ist nicht: Ist Jameda gut oder schlecht? Die Frage ist: Was ist Ihr Plan, wenn Jameda die Regeln erneut ändert?

Was sagt der BGH? Rechtslage für Ärzte bei Jameda

Der BGH hat in fünf Urteilen zwischen 2014 und 2022 klargestellt: Ärzte dürfen ohne Einwilligung auf Jameda gelistet werden. Ein DSGVO-Löschanspruch besteht nicht. Nur bei nachgewiesenem Neutralitätsverstoß oder rechtswidrigen Bewertungen gibt es Handhabe, das erfordert aktives Vorgehen.

Hier die Entwicklungslinie im Detail:

BGH VI ZR 358/13 (2014): Listing ohne Einwilligung ist zulässig. Die freie Arztwahl und das Informationsinteresse der Patienten überwiegen. Ärzte müssen anonyme Bewertungen grundsätzlich dulden.

BGH VI ZR 34/15. "Jameda II" (01.03.2016): Wenn ein Arzt eine Bewertung beanstandet, muss Jameda prüfen, ob ein Behandlungskontakt stattgefunden hat. Fehlen Nachweise, muss die Bewertung gelöscht werden. Das Portal trägt eine Prüfpflicht.

BGH VI ZR 30/17. "Jameda III" (20.02.2018): Das Neutralitätsproblem. Das Zwei-Klassen-System (zahlende Ärzte ohne, nicht zahlende Ärzte mit Konkurrenz-Einblendungen) macht Jameda zum Werbeplatz statt zum Informationsmedium. Der BGH ordnete die vollständige Profilöschung einer klagenden Ärztin an. Das Urteil erzwang die Geschäftsmodell-Änderung 2019.

BGH VI ZR 692/20. "Jameda IV" (15.02.2022): Nach der Geschäftsmodell-Änderung: Eine Augenärztin wollte ihr Profil löschen lassen. Der BGH verneinte. Das überarbeitete Modell ist DSGVO-konform. Ärzte haben keinen generellen Löschanspruch mehr.

BGH VI ZR 60/21 (13.12.2022): Jameda darf öffentlich zugängliche Arztdaten ohne Einwilligung speichern, gestützt auf Art. 6 Abs. 1 f) DSGVO (berechtigte Interessen des Portals).

Fünf BGH-Urteile zu Jameda, 2014 bis 2022 2014 VI ZR 358/13 Listing ohne Einwilligung ist zulässig 2016 VI ZR 34/15, "Jameda II" Jameda trägt eine Prüfpflicht bei Beanstandungen 2018 VI ZR 30/17, "Jameda III" Neutralitätsproblem, Geschäftsmodell-Änderung 2019 02/2022 VI ZR 692/20, "Jameda IV" Kein genereller DSGVO-Löschanspruch 12/2022 VI ZR 60/21 Speicherung öffentlicher Arztdaten ohne Einwilligung Quellen: BGH VI ZR 358/13, VI ZR 34/15, VI ZR 30/17, VI ZR 692/20, VI ZR 60/21 AI

Was bedeutet das praktisch für Sie?

Ihr Jameda-Profil existiert, ob Sie wollen oder nicht. Das ist rechtlich geklärt. Ignorieren ist keine Strategie.

Die sinnvollste Reaktion: Profil beanspruchen und aktiv verwalten. Adresse, Öffnungszeiten, Fachgebiete, alles aktuell halten. Bei rechtswidrigen Bewertungen konsequent die Prüfpflicht einfordern und Nachweise für den Behandlungskontakt verlangen.

Energie in Löschungsversuche zu stecken, die rechtlich keine Aussicht haben, ist verschwendete Zeit. Energie in die eigene Website zu stecken, die gehört Ihnen wirklich.

Vergleich: Jameda Basis vs. Jameda Premium vs. eigene Praxis-Website

Das ist die Kernfrage, die kein anderer Artikel direkt beantwortet. Deshalb hier der vollständige Vergleich.

Kriterium Jameda Basis (kostenlos) Jameda Premium (monatlich) Eigene Praxis-Website
Eigentum Profil gehört Jameda Profil gehört Jameda Website gehört Ihnen
Kontrolle über Inhalte Begrenzt Erweitert Vollständig
Eigene Marke / Branding Nein Eingeschränkt Ja
SEO-Wirkung Nur Jameda-Domain Nur Jameda-Domain Eigene Domain, eigenes Ranking
Privatpatienten-Ansprache Standardformat Standardformat Individuell gestaltbar
IGeL / Ästhetik-Leistungen Kaum darstellbar Kaum darstellbar Volle Präsentation möglich
Datenkontrolle (DSGVO) Jameda-Bedingungen Jameda-Bedingungen Eigene Datenpolitik
Konkurrenten eingeblendet Ja (auf Ihrem Profil) Nein Nein
Laufende Kosten Keine Monatlich (laufend) Einmalig + Hosting/Wartung
Abschaltbar durch Dritte Ja Ja Nein
Kündbar Von beiden Seiten Von beiden Seiten Nicht anwendbar

Quellen: BGH VI ZR 30/17, BGH VI ZR 692/20, vzbv.de 2025

Zwei Zeilen stechen heraus: Eigentum und Abschaltbarkeit.

Beim Jameda-Basisprofil erscheinen auf Ihrer Profilseite Konkurrenten aus der gleichen Fachrichtung in Ihrer Nähe. Das Portal nutzt Ihr Profil, um für andere zu werben. Jameda Premium entfernt diese Einblendungen, aber das Profil gehört weiterhin dem Portal. Sobald Sie kündigen, fallen Sie zurück in den Basis-Status.

Die Langzeitkosten-Logik ist einfach: Monatliche Portal-Kosten summieren sich über Jahre. Eine eigene Website ist eine einmalige Investition mit dauerhaftem SEO-Effekt. Das Ranking, das Ihre Website aufbaut, gehört Ihnen. Das Ranking Ihres Jameda-Profils gehört Jameda. Mit welchen Beträgen Sie für die eigene Website rechnen sollten, zeigt unser Überblick zu den Kosten einer Praxis-Website.

Wenn Sie eine professionelle Website suchen, die bei Google gefunden wird, lohnt sich ein Blick auf professionelles Webdesign für Arztpraxen.

Lohnt sich Jameda für jeden Arzt? So unterscheiden sich Fachrichtungen

Die Antwort hängt davon ab, welche Patienten Sie gewinnen wollen. Ein Kassenarzt und ein Schönheitschirurg haben fundamental unterschiedliche Online-Marketing-Bedürfnisse.

Fachrichtung Jameda-Relevanz Eigene Website Begründung
Zahnarzt (Ästhetik/Implantate) Mittel Hoch Patienten suchen Leistungen gezielt (Implantate, Veneers), hohe Selbstzahler-Quote; Portfolio-Darstellung entscheidend
Schönheitschirurg / Ästhetische Medizin Niedrig–Mittel Sehr hoch Kaum Kassenleistung; Patienten googeln Eingriffe gezielt ("Nasenkorrektur Köln"), nicht Portal; eigene SEO schlägt Portal
Orthopäde Mittel Mittel–Hoch Mischung Kasse/IGeL; lokale Suche und Google Business Profile oft wichtiger als Jameda Premium
Physiotherapeut Mittel Mittel Jameda für Bewertungen sinnvoll; eigene Website für Spezialgebiete wichtig
Allgemeinmediziner / Kassenarzt Hoch Mittel Jameda-Reichweite hoch bei Kassenpatienten; Website für Basisinfos wichtig

Schauen Sie sich die Suchlogik an.

Ein Patient, der Zahnveneers sucht, tippt nicht "Zahnarzt in Köln" bei Jameda ein. Er tippt "Veneers Zahnarzt Köln" bei Google. Wer da kein eigenes Ranking hat, taucht nicht auf, egal wie gut das Jameda-Profil gepflegt ist.

Ein Patient, der einen Schönheitschirurgen für eine Nasenkorrektur sucht, recherchiert oft monatelang. Er liest Erfahrungsberichte. Er schaut sich Vorher-Nachher-Fotos an. Er will den Arzt kennenlernen, bevor er die Praxis betritt. Das kann nur eine eigene Website leisten, mit Persönlichkeit, Portfolio und vertrauensbildenden Inhalten.

Für Orthopäden gilt: Bei Kassenpatienten ist die lokale Suchanfrage entscheidend. Wer in Google Maps unter den ersten drei Ergebnissen erscheint, gewinnt, und dafür brauchen Sie ein optimiertes Google Business Profile, nicht zwingend Jameda Premium.

Die Faustregel: Je mehr Privatanteil, je mehr elektive und ästhetische Leistungen, desto mehr lohnt sich die eigene Website im Vergleich zu Jameda.

Wie sollte eine Praxis ihre Online-Strategie aufbauen?

Die bewährte Strategie: eigene Praxis-Website als Fundament (eigenes Ranking, eigene Marke, volle Kontrolle), ergänzt durch ein gepflegtes Jameda-Profil für Sichtbarkeit und Bewertungen. Dazu Google Business Profile für lokale Suche. Jameda ist nützlich, aber nie das Fundament.

Das sind die drei Säulen:

Säule 1: Eigene Website mit SEO. Das ist Ihr digitales Eigentum. Hier bauen Sie Rankings auf, die Ihnen gehören. Hier präsentieren Sie Ihr Leistungsportfolio ohne Format-Beschränkungen. Wie das bei anderen Praxen aussieht, zeigen unsere Arztpraxis-Homepage-Beispiele. Hier entscheiden Sie, welche Patienten Sie ansprechen wollen. Wer wie Patienten heute nach Ärzten suchen versteht, erkennt sofort: Die eigene Website ist der einzige Kanal, den kein Portal-Update beschädigen kann.

Eine Ärztin und eine Besucherin schauen sich am Praxisempfang gemeinsam die Website der Praxis auf einem Laptop an

Säule 2: Jameda-Profil aktiv verwalten. Nicht ignorieren, sondern beanspruchen. Daten aktuell halten. Auf Bewertungen reagieren. Bei zweifelhaften Bewertungen die Prüfpflicht des Portals einfordern. Jameda hat eine Reichweite, die sollten Sie nutzen, ohne davon abhängig zu sein.

Säule 3: Google Business Profile optimieren. Kostenlos, lokal wirksam, unverzichtbar. Wer in Google Maps unter den ersten drei Ergebnissen erscheint, gewinnt Patienten, die aktiv suchen. Das geht ohne Jameda, ohne Doctolib, ohne monatliche Kosten. Mehr dazu in unserem Artikel über Google-Bewertungen für Ärzte.

Die drei Säulen der Praxis-Online-Strategie Jameda-Profil Sichtbarkeit und Bewertungen Google Business Profile Lokale Suche Fundament: Eigene Praxis-Website Eigenes Ranking, eigene Marke, volle Kontrolle Jameda ist nützlich, aber nie das Fundament. AI

Was die eigene Website kann, was Portale grundsätzlich nicht leisten:

  • Privatpatienten gezielt ansprechen (Sprache, Bildwelt, Positionierung)
  • IGeL-Leistungen vermarkten ohne Plattform-Beschränkungen
  • DSGVO-konforme Datenpolitik unter eigener Kontrolle, keine Weitergabe an Dritte
  • Eigenes Branding aufbauen, kein Jameda-Look, kein Template-Gefühl
  • SEO für Leistungen, nicht nur für Namen

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Fazit. Praxis-Website oder Jameda: Was Ärzte wirklich brauchen

Jameda ist kein Feind. Es ist ein nützliches Ergänzungstool mit echter Reichweite. Aber es ist kein Fundament.

Wer nur auf Jameda setzt, baut auf fremdem Grund. Das Portal kann die Regeln ändern, es hat es bereits zweimal getan. Es kann verkauft werden, es ist bereits passiert. Ihr Profil kann Konkurrenten einblenden, es tut es standardmäßig beim Basisprofil.

Die eigene Website ist das Einzige, das wirklich Ihnen gehört. Sie können niemanden rauswerfen. Kein Algorithmus-Update beschädigt Ihr Ranking über Nacht. Kein Investorenwechsel ändert Ihre Sichtbarkeit.

Die Empfehlung ist klar: Website first. Dann Jameda als Sichtbarkeits-Ergänzung. Dann Google Business Profile für die lokale Suche. Diese Hierarchie gilt für alle Fachrichtungen, mit dem Unterschied, dass die Website für Zahnärzte mit ästhetischem Schwerpunkt und Schönheitschirurgen noch kritischer ist als für Kassenärzte.

Wer heute nur ein Jameda-Profil hat und keine eigene Website, sollte die Frage nicht mehr stellen, ob er eine Website braucht. Die Frage ist: Wann fangen Sie an?

Wir bauen Arztpraxis-Websites, die bei Google gefunden werden, ohne WordPress, ohne Templates, ohne generische Layouts, die wie jede andere Praxis aussehen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich als Arzt mein Jameda-Profil löschen lassen?

In der Regel nein. Der BGH hat 2022 (VI ZR 692/20) klargestellt: Ärzte haben keinen generellen DSGVO-Löschanspruch gegen Jameda-Basisprofile. Löschen ist nur bei nachgewiesenem Neutralitätsverstoß oder rechtswidrigen Inhalten möglich.

Lohnt sich Jameda Premium für Zahnärzte?

Für Zahnärzte mit hohem Privatpatienten-Anteil oder ästhetischen Leistungen ist die eigene Website oft lohnender. Jameda Premium entfernt Konkurrenz-Einblendungen auf dem eigenen Profil, das ist sein größter Vorteil. Ohne eigene Website fehlt aber die Grundlage für Google-Rankings bei Leistungssuchen.

Was ist besser: Jameda oder Google Business Profile?

Für die lokale Patientensuche ist Google Business Profile unverzichtbar und kostenlos. Jameda ist eine Ergänzung. Wer nur ein Profil pflegen kann, sollte Google Business Profile priorisieren, es wirkt direkt auf Google Maps und die organische Suche.

Wie viele Patienten nutzen Jameda wirklich?

Laut einer Datapuls-Studie (2020, n=1.005) nutzen 41,8 % der Patienten Jameda bei der Arztsuche. Aktuelle offizielle Nutzerzahlen veröffentlicht Jameda nicht. Zum Vergleich: 73,8 % der Patienten wollen eine vertrauenswürdige Praxis-Website (gleiche Studie).

Kann Jameda mein Profil ohne meine Zustimmung anlegen?

Ja. Der BGH (VI ZR 358/13, 2014) hat entschieden: Arztprofile dürfen auf Basis öffentlich zugänglicher Daten ohne Einwilligung angelegt werden. Das Informationsinteresse der Patienten überwiegt. Ärzte sollten ihr Profil beanspruchen und aktiv verwalten statt es zu ignorieren.

Was passiert mit meinem Jameda-Profil, wenn ich nicht zahle?

Das Basisprofil bleibt bestehen, aber auf Ihrer Profilseite werden Konkurrenten aus der gleichen Fachrichtung in der Nähe eingeblendet. Das Portal nutzt Ihr Profil als Werbeplatz für zahlende Ärzte. Jameda Premium entfernt diese Einblendungen, solange das Abo läuft.

Ist Doctolib besser als Jameda?

Doctolib und Jameda haben unterschiedliche Schwerpunkte: Doctolib dominiert die Terminbuchung (ca. 70 % Marktanteil), Jameda ist stärker bei Arztbewertungen. Für die nachhaltige Patientengewinnung sind beide nur Ergänzungen, keine Alternative zur eigenen Website mit eigenem Google-Ranking.

Wie lange dauert es, bis eine eigene Praxis-Website bei Google gefunden wird?

Bei einer sauber aufgebauten Website mit lokalem SEO sind erste Ranking-Ergebnisse typischerweise in 3–6 Monaten sichtbar. Entscheidend sind technische Qualität, lokale Keywords und strukturierte Daten. Jameda liefert schnellere Sichtbarkeit, aber ohne dauerhaften Eigentumseffekt.

Quellen & weiterführende Informationen

Studien & Statistiken

  1. Bitkom, Pressemitteilung 22.12.2025: "Zwei Drittel vereinbaren Arzttermine online" (n=1.145): bitkom.org/Presse/Presseinformation/Zwei-Drittel-vereinbaren-Arzttermine-online
  2. Doctolib Pressemitteilung 16.04.2025: "25 Millionen Menschen vertrauen auf digitale Gesundheitsversorgung": about.doctolib.de
  3. Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Pressemitteilung 24.04.2025: Doctolib und Jameda. Terminbuchung mit Hindernissen: vzbv.de
  4. Datapuls-Studie (Socialwave GmbH / Consumerfieldwork Hamburg, Dezember 2020, n=1.005): Patientenumfrage zur Arztsuche: orthinform.de
  5. Bertelsmann Stiftung / Weisse Liste: Arztbewertungen im Internet: bertelsmann-stiftung.de

Rechtliche Quellen (BGH-Urteile)

  1. BGH VI ZR 30/17. "Jameda III" (20.02.2018): Neutralitätsproblem und Geschäftsmodell-Änderung: ecovis.com
  2. BGH VI ZR 692/20. "Jameda IV" (15.02.2022): Kein DSGVO-Löschanspruch: lhr-law.de
  3. BVOU (Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie): "Jameda ändert das Geschäftsmodell": bvou.net

Letzte Aktualisierung: September 2026

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