Die ärztliche Berufsordnung erlaubt sachliche Information auf Websites. Anpreisende oder irreführende Werbung verbietet sie.
Was regelt die Berufsordnung?
Die Muster-Berufsordnung für Ärzte (MBO-Ae) gibt die Bundesärztekammer heraus. Die Landesärztekammern setzen sie in ihren jeweiligen Berufsordnungen um. Paragraph 27 regelt die ärztliche Werbung: Ärztinnen und Ärzte dürfen sachliche, berufsbezogene Informationen veröffentlichen. Anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung ist jedoch untersagt.
Für Deine Praxis-Website heißt das: Du darfst und sollst über Deine Leistungen informieren. Dabei musst Du aber bestimmte Grenzen einhalten.
Sachliche Information vs. anpreisende Werbung
Die Berufsordnung unterscheidet vor allem zwischen erlaubter sachlicher Information und verbotener anpreisender Werbung. Die Grenze liegt dort, wo die Information nicht mehr aufklärt, sondern Patienten durch übertriebene Darstellung anlocken soll.
Erlaubt ist zum Beispiel:
- Die Darstellung Deines Leistungsspektrums mit fachlich korrekten Beschreibungen
- Hinweise auf Deine Qualifikationen, Facharzttitel und Zusatzbezeichnungen
- Informationen zu Sprechzeiten, Erreichbarkeit und Praxisausstattung
- Sachliche Beschreibungen von Behandlungsmethoden
- Patienteninformationen zu Krankheitsbildern
Nicht erlaubt ist:
- Superlative wie "der beste Zahnarzt der Stadt" oder "die modernste Praxis Deutschlands"
- Vergleichende Werbung, die andere Praxen herabsetzt
- Übertriebene Selbstdarstellung, die den Eindruck besonderer Leistungsfähigkeit erwecken soll
- Gängige Werbetechniken wie künstliche Verknappung ("Nur noch 3 Termine frei!") oder Druckaufbau
Vorher-Nachher-Bilder und Erfolgsversprechen
Besonders heikel sind Vorher-Nachher-Bilder und Aussagen zum Behandlungserfolg. Grundsätzlich gilt: Absolute Erfolgsversprechen sind verboten. Formulierungen wie "Wir garantieren Ihnen ein strahlendes Lächeln" oder "Schmerzfrei nach der ersten Behandlung" verstoßen gegen die Berufsordnung und gegen das Heilmittelwerbegesetz.
Vorher-Nachher-Bilder sind in bestimmten Bereichen zulässig, etwa in der Zahnmedizin für ästhetische Behandlungen. Sie müssen aber sachlich präsentiert werden und dürfen keine unrealistischen Erwartungen wecken. Bei operativen Eingriffen gelten nach dem HWG strengere Einschränkungen.
In unserem ausführlichen Beitrag zu HWG-Verstößen auf Arzt-Websites findest Du konkrete Beispiele für zulässige und unzulässige Darstellungen.
Patientenbewertungen und Testimonials
Patientenbewertungen auf Deiner eigenen Website sind grundsätzlich zulässig, solange sie authentisch sind und keine irreführenden Heilversprechen enthalten. Du darfst Patienten jedoch nicht aktiv auffordern, bestimmte Behandlungserfolge zu schildern. Und Du darfst Bewertungen nicht so auswählen, dass ein verzerrtes Bild entsteht.
Die Grenzen sicher einhalten
Die Rechtsprechung hat die Grenzen ärztlicher Werbung in den letzten Jahren deutlich gelockert. Früher war Ärzten praktisch jede Werbung untersagt. Heute darfst Du deutlich mehr. Wichtig ist, dass Deine Kommunikation sachlich bleibt, fachlich korrekt ist und Patienten nicht in die Irre führt.
Eine professionell gestaltete Praxis-Website, die diese Grundsätze beachtet, ist rechtlich sicher und wirkt vertrauenswürdiger. Denn Patienten erkennen den Unterschied zwischen seriöser Information und marktschreierischer Werbung. Unsere Übersicht zum Heilmittelwerbegesetz erklärt, wie sich Berufsordnung und HWG ergänzen.
Denk außerdem daran, dass Deine Website auch die DSGVO-Anforderungen im Gesundheitswesen erfüllen muss. Das gilt besonders, wenn Du Kontaktformulare oder Terminbuchungen anbietest.
Fazit
Die Berufsordnung erlaubt Dir deutlich mehr, als viele Ärzte denken. Sachliche Information über Leistungen, Qualifikationen und Behandlungsmethoden ist ausdrücklich gewünscht. Vermeide Superlative, Erfolgsgarantien und vergleichende Werbung. Dann bist Du mit Deiner Praxis-Website rechtlich auf der sicheren Seite und gewinnst das Vertrauen Deiner Patienten.
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