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Kanzlei-Website-Beispiele 2026: 24 Domains geprüft, 13 zeigen wir

· 14 Min. Lesezeit

Kanzlei-Website-Beispiele 2026: 24 Domains geprüft, 13 zeigen wir

Wir wollten diesen Beitrag über Kanzlei-Website-Beispiele mit den üblichen Vorbildern schreiben. Dann haben wir die Adressen aufgerufen.

Von 24 geprüften Domains waren vier tot, verkauft oder fremdgenutzt. Eine viel gezeigte „Anwaltswebsite" ist gar keine Kanzlei, sondern ein Bürodienstleister, der Kanzleisitze vermietet. Ein Ratgeber mit „2026" im Titel empfiehlt eine Adresse, die heute auf einen Domainhandel weiterleitet.

Deshalb haben wir jede Seite hier am 3. September 2026 selbst aufgerufen und einen Screenshot des ersten Bildschirms gemacht.

167.547 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte waren zum 1. Januar 2026 zugelassen (BRAK). Als Inspiration taugt eine moderne Anwaltswebsite aber nur, wenn es sie noch gibt.

Sie bekommen 13 Beispiele. Zehn kommen aus Deutschland, vom Einzelanwalt bis zur Wirtschaftskanzlei mit rund 80 Berufsträgern. Dazu acht Kriterien mit Quelle, eine Vergleichstabelle und die Muster, die sich wiederholen. Den größeren Rahmen finden Sie auf unserer Seite zum Webdesign für Anwälte.

Das Wichtigste in Kürze

ThemaKey Takeaway
Prüfstand24 Domains am 3. September 2026 aufgerufen. 17 waren erreichbare Anwaltswebsites, 12 davon aus Deutschland
Ausschuss4 Domains waren tot, verkauft oder fremdgenutzt. Eine war gar keine Kanzlei
MaßstabUnsere acht Kriterien, gestützt auf die Vertrauensregeln der Nielsen Norman Group
KontaktwegDer stärkste Unterschied liegt nicht im Design, sondern im Kontaktweg zum Rechtsgebiet
Blinder FleckVon 17 geprüften Seiten hatte genau eine einen Barrierefreiheits-Hinweis

Was macht eine gute Kanzlei-Website aus?

Eine gute Anwaltswebsite sagt im ersten Satz, für wen sie arbeitet. Sie führt Besucher in einem Klick zum Rechtsgebiet, zeigt echte Menschen mit Namen und macht Vertrauenssignale nachprüfbar. Und sie bietet den Weg zum Erstkontakt an, der zum Fall passt. Das Design folgt danach, nicht davor.

Gutes Webdesign für Kanzleien ist kein Geschmacksthema, sondern eine Liste. Diese acht Kriterien haben wir angelegt, jedes mit Quelle.

  1. Klare Botschaft über dem Fold. Der erste Satz nennt Zielgruppe und Problem.
  2. Eigenständiges Webdesign. Wir bewerten die grafischen Gestaltungselemente. Im Testfeld trennen sich zwei Lager. Vier Seiten setzen eine Serif-Headline mit viel Weißraum. Die übrigen arbeiten mit Grotesk und einer Signalfarbe. Beides ist gutes Design. Ein Baukasten-Look aus dem Regal ist es nicht. Wie wir solche Auftritte aufbauen, zeigt unser Webdesign-Angebot.
  3. Eine eigene Idee. Gemeint ist ein Element, das sonst keiner hat.
  4. Nutzerführung und Navigation. Findet ein Besucher sein Thema in einem Klick? Jakob Nielsen von der Nielsen Norman Group schrieb am 6. März 1999: „clear navigation conveys respect for customers".
  5. Auffindbarkeit für Suchmaschinen und KI. Wir prüfen die Optimierung für Suchmaschinen.
  6. Technische Umsetzung und Bestand. Läuft die Seite noch? Gehört die Domain noch der Kanzlei? Vier von 24 Domains fielen hier durch.
  7. Nachprüfbare Vertrauenssignale. Gemeint sind echte Fotos, Namen und Zahlen. Vertrauen ist laut Nielsen Norman Group „a long-term proposition". Es wächst langsam und bricht in einem Moment.
  8. Kontaktweg passend zum Schwerpunkt. Strafrecht braucht eine Notfallnummer, Verkehrsrecht einen Fragebogen.

Barrierefreiheit läuft als neuntes Kriterium mit und bekommt unten ein eigenes Kapitel. Eine Grenze nennen wir offen: Ladezeit, Scrollverhalten, Animationen und Mobilansicht haben wir nicht gemessen. Deshalb steht dazu hier nichts. „Modern" ist übrigens kein Kriterium für sich. Ein modernes Webdesign erkennen Sie an diesen acht Punkten, nicht am Baujahr des Layouts.

10 Kanzlei-Website-Beispiele aus Deutschland

Wer die schönsten Anwaltswebsites sucht, will Inspiration für das eigene Webdesign. Deshalb steht unter jedem Beispiel ein Satz zum Mitnehmen. Die Reihe beginnt beim einzelnen Rechtsanwalt und endet bei der Kanzlei mit rund 80 Berufsträgern. Jede Beobachtung stammt vom Prüftag, aus dem Screenshot oder von der aufgerufenen Seite.

1. Kanzlei Korzenski (SK Strafrecht), Berlin

Schwerpunkt: Strafrecht in zwölf Ausprägungen.

Startseite der Berliner Strafrechtskanzlei Korzenski mit Porträt der Anwältin und rotem Kontakt-Button

Die Headline nimmt die Suchanfrage auf: „Anwalt Strafrecht Berlin & bundesweit". Darunter ein Ich-Satz: „Die Bedürfnisse und Interessen meiner Mandanten stehen für mich im Vordergrund."

Das Design ist ein Split mit weichem Übergang, Cremeweiß mit Korallenrot als einziger Signalfarbe. Der rote Button „Kontakt aufnehmen" ist das einzige Bedienelement.

Auf der Seite steht eine Notfallnummer: „Im Notfall erreichen Sie mich rund um die Uhr." Dazu eine Anleitung „Erste Schritte" nach Festnahme oder Durchsuchung. „Kosten" ist ein eigener Menüpunkt, im Testfeld selten.

Was Sie übernehmen können: Wenn Mandanten Sie im Ausnahmezustand suchen, gehört Ihre Erreichbarkeit nach oben und nicht ins Impressum.

Zur Website: sk-strafrecht.de

2. Rechtsanwalt Gregor Samimi, Berlin

Schwerpunkt: Strafrecht, Verkehrsrecht, Versicherungsrecht.

Startseite von Rechtsanwalt Gregor Samimi mit Frage an Ratsuchende, Rundporträt und roten Kontakt-Buttons

Der Text beginnt mit der Lage des Besuchers: „Sie haben einen Bußgeldbescheid, eine Vorladung, einen Verkehrsunfall oder Ärger mit Ihrer Versicherung?"

Vier Wege stehen im ersten Bildschirm: zwei rote Buttons, ein Button in der Navigation, die Telefonnummer in der Servicezeile. Unten rechts wartet ein grüner WhatsApp-Knopf. Rot ist die Signalfarbe, das übrige Design bleibt weiß und grau.

Die Kanzlei weist 4,7 von 5 Sternen bei 76 Google-Bewertungen aus. Dazu kommen ein EXPRESS-Kontaktformular und Fachfragebögen für Verkehrsrecht und Verkehrsunfall.

Was Sie übernehmen können: Schreiben Sie in die erste Zeile das Problem des Ratsuchenden, nicht den Namen Ihrer Kanzlei.

Zur Website: ra-samimi.de

3. Dr. Roland Uphoff, Bonn

Schwerpunkt: Medizinrecht, ausschließlich Geburtsschadensrecht und Arzthaftung.

Startseite der Bonner Kanzlei Uphoff für Geburtsschadensrecht mit Zitat über die Eltern seiner Mandanten

Das Design besteht aus einem Vollbild-Foto, einer leichten Grotesk und keiner zweiten Signalfarbe. Rechts unten steht ein Zitat: „Ich weiß, worum es den Eltern geht. Sie kommen zu mir mit ihrem Wichtigsten, mit ihren Kindern."

Ein Rechtsgebiet, eine Zielgruppe, bundesweit. Der Menüpunkt heißt „Geburtsschäden", nicht „Medizinrecht". Er benennt das Problem, nicht die Schublade. Radikaler geht Fokus nicht.

Beratung ist auch zuhause beim Mandanten möglich. Einen Button dafür gibt es im ersten Bildschirm nicht, ein Kontaktformular hat die Seite nicht.

Was Sie übernehmen können: Ein Rechtsgebiet, klar benannt, schlägt eine Liste mit zwölf.

Zur Website: uphoff.de

4. Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf, StädteRegion Aachen

Schwerpunkt: Strafverteidigung und IT-Recht.

Startseite der Kanzlei Ferner Alsdorf mit Porträt in Petrol und der Headline Wir können Strafrecht und IT-Recht

Sechs Wörter Hero: „Wir können Strafrecht und IT-Recht." Serif in Weiß auf einem petrolfarbenen Porträt, der Blick geht frontal in die Kamera. Die Eyebrow verspricht „moderne Strafverteidigung".

Aachen, Heinsberg und Düren stehen bereits im ersten Bildschirm, eine Menüleiste nicht. Sichtbar ist nur ein Sticky-Knopf „Kontakt!" unten rechts.

Auf der Seite steht ein Versprechen: „Polizei und Staatsanwaltschaft kennen keine Öffnungszeiten und wir auch nicht." Ein Online-Kalender nimmt Rückrufe entgegen, dazu stehen transparente Gebührenmodelle auf der Seite.

Was Sie übernehmen können: Ein Terminkalender beantwortet die Frage „Wann meldet sich jemand?", ein Kontaktformular nicht.

Zur Website: ferner-alsdorf.de

5. Kanzlei Brehm, Frankfurt am Main und Stuttgart

Schwerpunkt: Markenrecht, Wettbewerbsrecht.

Startseite der Markenrechtskanzlei Brehm als Typo-Hero in Indigoblau und Orange mit Design-Award-Badge

Kein Bild im ersten Bildschirm. Indigoblau als Fläche, Orange für die Schrift, sonst nichts. Der Kanzleiname steht in fetter Versalgrotesk, „BREHM" kursiv. Das Badge „German Design Award Winner 2025" sitzt in der Navigationszeile.

Eine Botschaft steht dort allerdings nicht. Im ersten Bildschirm sahen wir nur den Kanzleinamen. Zwei der fünf Menüpunkte heißen „Markeninhaber" und „Abgemahnte". Sie sortieren den Besucher nach seiner Lage, nicht nach dem Gesetzbuch.

Auf der Seite grenzt sich die Kanzlei ab: „Wir verwalten keine Marken. Wir verteidigen Sie." Dazu 5,0 Sterne bei 54 Rezensionen, Öffnungszeiten von 8 bis 19 Uhr und die Aufforderung „Buchen Sie Ihr Erstgespräch".

Was Sie übernehmen können: Eine Bewertung mit Anzahl ist nachprüfbar. Ein Siegel ohne Zahl ist es nicht.

Zur Website: kanzleibrehm.de

6. GRUNDWERK Legal, Frankfurt am Main

Schwerpunkt: Arbeitsrecht, Boutique.

Auf der Seite steht die Positionierung in drei Wörtern: „Arbeitsrecht weitergedacht". Darunter die Werte „Souverän. Wertschöpfend. Zugewandt." Die klarste Boutique-Ansage im Testfeld.

Im ersten Bildschirm sahen wir davon nichts. Unser Screenshot vom 3. September zeigt eine orange Vollfläche und fünf Menüpunkte, sonst nichts. Ein Design ohne Inhalt im Sichtfeld.

Die Kanzlei führt nur Arbeitsrecht. Der Standort steht nicht auf der Startseite. Ein Formular und eine Terminbuchung gibt es nicht.

Was Sie übernehmen können: Eine klare Positionierung wirkt nur im ersten Bildschirm. Der Weg zum Erstkontakt gehört genauso dorthin.

Zur Website: grundwerk.legal

7. von Bredow Valentin Herz, Berlin

Schwerpunkt: Erneuerbare Energien, Energiehandel, Bau, Umwelt, Infrastruktur.

Startseite der Berliner Energierechtskanzlei von Bredow Valentin Herz mit dem Claim Grüne Energie hat Recht

Vier Wörter Hero: „Grüne Energie hat Recht." Darunter ragen vier weiße Karten ins Bild, jede mit datierter Fachmeldung. Spezialisierung ist damit bewiesen, nicht behauptet.

Das Bild zeigt das Berliner Regierungsviertel an der Spree, also das Umfeld der Mandanten. Signalgrün ist die einzige Markenfarbe. Einen Button gibt es nicht, die Navigation liegt hinter einem Burger-Symbol.

Das Team steht mit Porträt auf der Seite, das Sekretariat eingeschlossen. Die Themen heißen Sektorenkopplung und Quartiersentwicklung, nicht Paragrafenname. Ein Kontaktformular gibt es.

Was Sie übernehmen können: Benennen Sie Ihre Rechtsgebiete so, wie Ihre Mandanten ihr Problem nennen.

Zur Website: vbvh.de

8. Holthoff-Pförtner Wassermann, Essen

Schwerpunkt: Arbeits-, Bau-, Erb-, Gesellschafts-, Medien-, Sport- und Strafrecht.

Startseite der Essener Kanzlei Holthoff-Pförtner Wassermann mit mintgrüner Textfläche und Foto zweier Partner

Ein Split-Design. Links eine mintgrüne Fläche mit Serif-Headline, rechts ein Bild zweier Partner im Gespräch. Kein Gruppenbild in Reihe, sondern eine Szene.

Die Headline „Essens interdisziplinäre Kanzlei" liegt farblich dicht auf der Fläche und verliert in kleiner Ansicht Kontrast. Menüpunkte sind keine sichtbar, nur Lupe und Burger-Symbol.

Auf der Seite nennt die Kanzlei ihre Zielgruppe offen: „vorwiegend mittelständischen Mandanten und Privatpersonen". Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer haben getrennte Telefonnummern.

Was Sie übernehmen können: Wenn zwei Berufsgruppen unter einem Dach arbeiten, brauchen sie zwei Nummern, nicht eine Zentrale.

Zur Website: hp-w.de

9. Kümmerlein Rechtsanwälte & Notare, Essen

Schwerpunkt: Wirtschaftsrecht in 20 Bereichen.

Startseite der Essener Wirtschaftskanzlei Kümmerlein mit warmem Beige-Foto und zitronengelbem Akzent

Warmes Beige aus dem Bild, Zitronengelb als einziger Akzent. Eine hochkontrastige Serif steht gegen eine Grotesk. Der Hero lautet „Make it simple, but significant", darunter: „Während andere verkomplizieren, machen wir Rechtsberatung einfach."

Das Bild zeigt eine Beratungssituation aus Sicht des Mandanten, nicht die Kanzleifassade. Rund 80 Anwälte und Notare stehen mit Foto und eigenem Profil auf der Seite.

Auszeichnungen stehen mit Namen und Jahr: „Best Law Firms Germany 2026" mit 18 Rankings, Legal 500, azur100. Ein Kontaktformular fehlt, im ersten Bildschirm auch jeder Button.

Was Sie übernehmen können: Nennen Sie Auszeichnungen mit Namen, Jahr und Bereich. Eine Siegelwolke ohne Text belegt nichts.

Zur Website: kuemmerlein.de

10. WBS.LEGAL (Wilde Beuger Solmecke), Köln

Schwerpunkt: Medien-, Marken-, Urheber-, IT-, Datenschutz-, Arbeits-, Verkehrs- und KI-Recht.

Startseite der Kölner Kanzlei WBS.LEGAL mit Google-Bewertung 4,8 und orangerotem Button für die Ersteinschätzung

Orangerot als Signalfarbe auf Puderrosa, ein lautes Design. Ganz oben wirbt ein Balken mit „Soforthilfe vom Anwalt", rechts steht ein Button „Gratis Ersteinschätzung".

Der Hero benennt Zielgruppe und Feld in einer Zeile: „Ihre Kanzlei für Medien, E-Commerce und Internet." Die Bewertung steht daneben: „Hervorragend 4.8", fünf Sterne, „3500+ Bewertungen", dazu das Google-Logo. Der einzige Beleg, den ein Besucher nicht der Kanzlei glauben muss.

Auf der Seite ersetzen Werkzeuge das Kontaktformular: Abmahncheck, Datenschutzgenerator, Abfindungsrechner.

Was Sie übernehmen können: Ein Werkzeug, das sofort eine Frage beantwortet, öffnet mehr Gespräche als ein Kontaktformular.

Zur Website: wbs.legal

Zehn Beispiele, zehn Wege. Welcher zu Ihrem Schwerpunkt und Ihren potenziellen Mandanten passt, sagt ein Blick von außen schneller als eine interne Runde. Wir liefern ihn in einer kostenlosen Website-Analyse für Ihre Kanzlei.

Drei Beispiele aus Wien, Bern und Kopenhagen

Diese drei Seiten liefern Inspiration, die im deutschen Feld selten ist. Ein Kachelraster statt Hero-Bild, ein Gründungsjahr als Anker und ein Satz, der Kanzleityp und Kundschaft zugleich benennt. Jede der drei zieht ein klares Design-Prinzip durch und arbeitet mit weniger Elementen als der deutsche Durchschnitt im Test.

11. Kanzlei am Kai, Wien

Schwerpunkt: Immobilien- und Wirtschaftsrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Baurecht.

Startseite der Wiener Kanzlei am Kai als Kachelraster in Marineblau und Signalrot mit historischem Schwarzweißfoto

Ein Kachelraster statt Hero-Bild. Marineblau, Signalrot und eine historische Schwarzweißaufnahme, dazu die Headline „Alles neu macht der Kai". Drei Farben, konsequent durchgehalten.

Das Logo zeichnet eine Brücke mit Wasserlinien und erzählt den Standort am Donaukanal. Die Rechtsgebiete stehen als eigene Kacheln. Eine Menüleiste war im ersten Bildschirm nicht zu sehen.

Auf der Seite stehen die Berufsträger mit Porträt und vollem Titel. Die Zielgruppen sind einzeln benannt: Bauträger, Eigentümer, Investoren, Makler, Verwalter, Architekten und Gründer.

Was Sie übernehmen können: Eine Liste der Zielgruppen ersetzt drei Absätze Selbstbeschreibung.

Zur Website: kanzlei-am-kai.at

12. Burkhalter Rechtsanwälte, Bern, Zürich und Lausanne

Schwerpunkt: Unternehmens- und Immobilientransaktionen, Bau- und Planungsrecht, Telekom, Gesundheit, Sportrecht.

Startseite der Berner Kanzlei Burkhalter mit Serif-Headline Rechtliche Expertise, menschlich vermittelt

„Rechtliche Expertise. Menschlich vermittelt." Zwei kurze Sätze in einer hochkontrastigen Serif. Königsblau ist die einzige Markenfarbe im Design, den Rest liefert das Bild.

Das Bild zeigt drei Personen im Gespräch vor einem historischen Gebäude. Im Freien, nicht im Konferenzraum. Seriös wirkt das ohne die übliche Glas-und-Stahl-Kälte.

Statt Auszeichnungen nennt die Kanzlei Werte: Unabhängigkeit und Integrität, Teamgeist und Dialog, Verantwortung und Wirkung. Das Gründungsjahr 1922 steht als Vertrauensanker, dazu drei Sprachen und ein Insights-Bereich.

Was Sie übernehmen können: Wenn Ihre Kanzlei alt ist, nennen Sie das Jahr. Alter kann niemand kopieren.

Zur Website: drpb.ch

13. Highbridge, Kopenhagen

Schwerpunkt: Startups, Seed und Venture Capital, M&A, Unternehmensrecht.

Startseite der Kopenhagener Boutique-Kanzlei Highbridge in Marineblau mit Liniengrafik statt Foto

Ein Satz trägt den ersten Bildschirm: „A boutique law firm for startups, growth companies and investors." Kanzleityp und Kundschaft in einer Zeile. Mehr braucht es über dem Fold nicht.

Kein Bild, nur vier weiße Rechteck-Umrisse als Liniengrafik. Marineblau, Cremeweiß, ein lachsfarbener Punkt als Akzent. Das ruhigste Design im Testfeld.

Das ganze Team steht mit Porträt auf der Seite, Paralegals und Sekretariat eingeschlossen. Der Menüpunkt „Selected work" zeigt Fallbeispiele statt Logos. Sichtbar ist nur eine E-Mail-Adresse.

Was Sie übernehmen können: Zeigen Sie das ganze Team, auch die Menschen ohne Titel. Mandanten sprechen zuerst mit ihnen.

Zur Website: highbridge.dk

Die 13 Beispiele im Kriterien-Vergleich

Die Tabelle prüft jedes Beispiel an sechs Punkten aus der Kriterienliste. ✓ heißt: am 3. September 2026 auffindbar. Ein Strich heißt: an diesem Tag nicht auffindbar, nicht zwingend gar nicht vorhanden. Spalte A und E gelten für den ersten Bildschirm, B bis D für die gesamte Startseite.

A = Klare Botschaft im ersten Bildschirm · B = Menschen mit Foto und Namen auf der Seite · C = Bewertung oder Auszeichnung mit Zahl genannt · D = Formular, Terminbuchung oder Notfallnummer · E = Menüpunkte im ersten Bildschirm sichtbar · F = Barrierefreiheits-Hinweis

#KanzleiABCDEF
1Kanzlei Korzenski, Berlin
2Gregor Samimi, Berlin
3Dr. Roland Uphoff, Bonn
4Ferner Alsdorf
5Kanzlei Brehm, Frankfurt
6GRUNDWERK Legal, Frankfurt
7von Bredow Valentin Herz, Berlin
8Holthoff-Pförtner Wassermann, Essen
9Kümmerlein, Essen
10WBS.LEGAL, Köln
11Kanzlei am Kai, Wien
12Burkhalter, Bern
13Highbridge, Kopenhagen

Elf der 13 Seiten sagen im ersten Bildschirm, wofür sie stehen. Acht zeigen Menschen mit Foto und Namen. Nur vier nennen eine Bewertung oder eine Auszeichnung mit Zahl. Fünf bieten belegt ein Formular, eine Terminbuchung oder eine Nummer rund um die Uhr. Vier geben dem Besucher im ersten Bildschirm keinen einzigen Menüpunkt preis. Und keine einzige weist auf ihre Zugänglichkeit hin.

Welche Muster teilen alle guten Kanzlei-Websites?

Wer Inspiration sammelt, findet über alle 13 geprüften Seiten sieben Muster. Sie betreffen den ersten Satz, die Zahl der Schwerpunkte und die Menschen auf der Seite. Dazu die Nachprüfbarkeit der Belege, den Kontaktweg, die Nennung von Auszeichnungen und die Lesbarkeit für Maschinen. Keines ist Geschmackssache. Alle sieben sind Entscheidungen im Webdesign.

1. Der erste Satz sagt, für wen Sie arbeiten. Uphoff spricht die Eltern an, WBS.LEGAL nennt Medien, E-Commerce und Internet, von Bredow Valentin Herz kommt mit vier Wörtern aus. Keine dieser Zeilen beschreibt die Kanzlei. Alle beschreiben den Besucher oder seinen Fall.

2. Ein Rechtsgebiet schlägt zwölf. Uphoff führt nur Geburtsschadensrecht, GRUNDWERK nur Arbeitsrecht, Brehm nur Marken- und Wettbewerbsrecht. Wer 20 Bereiche führt wie Kümmerlein, braucht dafür eine Navigation, die trotzdem in einem Klick zum Rechtsgebiet führt.

Fokus allein reicht allerdings nicht. HENSCHE Rechtsanwälte führt ebenfalls nur Arbeitsrecht und beantwortet mit Handbuch, Urteilsdatenbank, Mustern und Webinaren fast jede Frage der Zielgruppe. Inhaltlich vorbildlich, gestalterisch aus einer anderen Zeit. Sichtbarkeit und modernes Design sind zwei verschiedene Dinge.

3. Zeigen Sie Gesichter mit Namen. Kümmerlein zeigt rund 80 Personen mit eigenem Profil, von Bredow Valentin Herz das Team samt Sekretariat, Highbridge auch Paralegals und Sekretariat. Ein Foto der Fassade beantwortet potenziellen Mandanten keine einzige Frage.

4. Eine Bewertung mit Zahl schlägt jedes Siegel. Brehm nennt 5,0 bei 54 Rezensionen, Samimi 4,7 bei 76, WBS.LEGAL 4.8 bei über 3.500. Das ist nachprüfbar. Ein Siegel dagegen kann sogar schaden: Bei Samimi überdeckt das runde Jubiläumssiegel die Bildunterschrift des Porträts. Lesbar bleibt nur der Anfang.

5. Der Kontaktweg folgt dem Rechtsgebiet. Strafrecht bekommt eine Nummer rund um die Uhr, wie bei Korzenski. Verkehrsrecht bekommt Fachfragebögen und WhatsApp, wie bei Samimi. Ferner Alsdorf bietet einen Rückruftermin im Kalender, Uphoff den Termin zuhause. Vier Schwerpunkte, vier Wege.

6. Auszeichnungen brauchen Namen, Jahr und Bereich. Kümmerlein nennt „Best Law Firms Germany 2026" mit 18 Rankings, Legal 500 und azur100. Das Gegenstück ist lehrreich: Zwei Kanzleien im Test wurden 2014 und 2015 mit einem Branchenpreis für ihre Website ausgezeichnet. Auf ihren heutigen Seiten steht davon nichts.

7. Ihre Seite muss ohne JavaScript lesbar sein. Drei der geprüften Ratgeber führen dieselbe Anwaltswebsite als Vorbild. Ohne JavaScript liefert sie nur den Kanzleinamen und das Wort „Loading". Für Textcrawler und KI-Systeme ist diese Seite leer. Das schönste Design hilft dann niemandem. Im Webdesign ist das keine Frage des Geschmacks, sondern eine Entscheidung in der Technik.

Eine Randnotiz: Gestaltung und Werbung haben für Kanzleien Grenzen, die für andere Branchen nicht gelten. Wo sie verlaufen, steht in BRAO und DSGVO auf der Kanzlei-Website.

Woran erkennen Sie eine veraltete Kanzlei-Website?

Am zuverlässigsten daran, dass niemand mehr nachsieht. Von 24 aufgerufenen Domains waren vier tot, verkauft oder fremdgenutzt. Zwei gehörten einmal ausgezeichneten Kanzleien. Eine Website altert nicht zuerst im Design, sondern an der Adresse. Das Baujahr des Layouts ist erst die zweite Frage.

Das sind die vier Fälle, ohne Namen:

  • Eine Domain leitet auf einen Anbieter für abgelaufene Domains weiter. Sie steht bis heute als Inspiration in einem Ratgeber mit „2026" im Titel.
  • Eine zweite ist gar nicht mehr auflösbar. Sie gehörte dem Erstplatzierten eines Website-Awards.
  • Eine dritte antwortet mit Status 200 und liefert ein Glücksspiel-Vergleichsportal aus. Sie gehörte dem Zweitplatzierten desselben Awards.
  • Eine vierte steht zum Verkauf.

Für Sie heißt das: Eine aufgegebene Domain verschenkt jede Verlinkung und Sichtbarkeit aus vielen Jahren. Wer umbenennt oder fusioniert, leitet die alte Adresse weiter. Das ist billiger als jedes moderne Webdesign.

Der häufigste Fehler: keiner denkt an Barrierefreiheit

Von 17 erreichbaren Anwaltswebsites im Test hatte genau eine einen eigenen Barrierefreiheits-Hinweis. Unter den 13 gezeigten Beispielen ist keine einzige dabei. Bei allen anderen war am 3. September 2026 keiner auffindbar. Auch keiner der vier meistgelesenen Ratgeber erwähnt das Thema. Das ist der größte blinde Fleck im ganzen Feld.

Ein solcher Hinweis leistet zwei Dinge. Er sagt Menschen mit Einschränkung, woran sie sind. Und er zeigt jedem Besucher, dass jemand geprüft hat. Ein moderner Auftritt zeigt das. Zur Rechtslage sagen wir hier nichts, dafür gibt es den Beitrag zur barrierefreien Website.

Der zweite blinde Fleck liegt noch näher an der Oberfläche. In unseren 13 Screenshots bieten 8 Startseiten über dem Fold keinen anklickbaren Weg zu Ihnen, außer dem Menüpunkt „Kontakt". 10 von 13 zeigen dort kein Vertrauenssignal. Dr. Uphoff hat den stärksten Hero im Feld und daneben keine Handlungsmöglichkeit.

Fazit

Beispiele altern, Kriterien nicht. Vier der 24 geprüften Adressen zeigen das deutlich. Wer 2026 ein modernes Webdesign für die eigene Kanzlei plant, prüft die Vorbilder selbst. Und er misst sie an einem Maßstab, den er benennen kann. Inspiration allein trägt keine Entscheidung.

Die acht Kriterien sind ein solcher Maßstab: erster Satz, Zahl der Schwerpunkte, Gesichter, Nachprüfbarkeit, passender Kontaktweg. Gehen Sie die Punkte an Ihrer eigenen Seite durch. Nach zwanzig Minuten wissen Sie, wo Sie stehen. Wie wir daraus einen Auftritt machen, zeigen unsere Websites für Kanzleien.

Kanzlei-Website-Beispiele finden Sie oben, den Maßstab dazu liefert dieser Beitrag. Wenn Sie beides auf Ihre Kanzlei anwenden wollen, sprechen Sie mit uns in einem kostenlosen Erstgespräch.

Stand: September 2026. Alle 13 Seiten wurden am 3. September 2026 aufgerufen.

Häufige Fragen zu Kanzlei-Website-Beispielen

Was macht eine gute Kanzlei-Website aus?

Eine klare Botschaft über dem Fold, ein bis drei Rechtsgebiete, echte Menschen mit Namen, nachprüfbare Vertrauenssignale und ein passender Kontaktweg. Das Design folgt danach. Maßstab sind unsere acht Kriterien, gestützt auf die Nielsen Norman Group.

Wie viele Rechtsgebiete gehören auf eine Kanzlei-Website?

So wenige wie möglich. Die fokussiertesten Beispiele im Test führen genau eines. Wer 20 Bereiche führt, braucht dafür eine Navigation, die trotzdem in einem Klick zum passenden Rechtsgebiet führt.

Braucht eine Kanzlei-Website ein Kontaktformular?

Nicht zwingend. Von 13 gezeigten Seiten boten fünf belegt ein Formular, eine Terminbuchung oder eine Nummer rund um die Uhr. Entscheidend ist, dass der Weg zum Schwerpunkt passt.

Wie modern darf eine Kanzlei-Website sein, ohne unseriös zu wirken?

Ein Rechtsanwalt wirkt seriös durch Nachprüfbarkeit, nicht durch Zurückhaltung. Namen, Fotos, benannte Auszeichnungen mit Jahr und eine klare Botschaft tragen mehr als ein konservatives Layout. Modernes Design schadet dem Vertrauen nicht.

Was kostet ein Relaunch der Kanzlei-Website?

Das hängt an vier Dingen: Zahl der Rechtsgebiete, Zahl der Standorte, Umfang des Teams und daran, ob Inhalte und Bilder vorliegen. Eine Boutique ist ein anderes Projekt als eine Kanzlei mit 80 Berufsträgern.

Muss eine Kanzlei-Website barrierefrei sein?

Zur Rechtslage sagen wir hier nichts, dafür haben wir einen eigenen Beitrag. Der Befund aus dem Test: Von 17 geprüften Seiten hatte genau eine einen solchen Hinweis. Der Abstand zum Feld ist gerade klein.

Wie oft sollte eine Kanzlei ihre Website prüfen?

Mindestens einmal im Jahr, und immer bei Namensänderung oder Fusion. Von 24 aufgerufenen Domains waren vier tot, verkauft oder fremdgenutzt. Zwei davon gehörten früher ausgezeichneten Kanzleien.

Sind Auszeichnungen auf der Kanzlei-Website wichtig?

Nur mit Namen, Jahr und Bereich. Zwei Kanzleien im Test wurden 2014 und 2015 mit einem Branchenpreis für ihre Website ausgezeichnet und erwähnen das heute nicht mehr. Eine Bewertung mit Anzahl wirkt ohnehin stärker.

Quellen & weiterführende Informationen

Primärquellen

  1. Nielsen Norman Group. Trust or Bust: Communicating Trustworthiness in Web Design Jakob Nielsen, 06.03.1999. https://www.nngroup.com/articles/communicating-trustworthiness/

  2. BRAK. Mitglieder- und Fachanwaltsstatistik zum 01.01.2026 Bundesrechtsanwaltskammer. 167.547 zugelassene Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. https://www.brak.de/presseerklaerungen/2026/mitglieder-und-fachanwaltsstatistik-zum-01012026/

Eigene Erhebung

  1. 24 Domains, abgerufen am 03.09.2026. 17 erreichbare Kanzlei-Websites, davon 12 aus Deutschland. Zusätzlich ein Screenshot des ersten Bildschirms je Beispielseite, Viewport 1440 × 900. Nicht gemessen wurden Ladezeit, Animationen, Scrollverhalten und Mobilansicht.

  2. Die 13 Beispielseiten selbst. Verlinkt im jeweiligen Abschnitt.

Letzte Aktualisierung: September 2026

Sven Huchel
Über den Autor

Sven Huchel

Geschäftsführer & Creative Director

Seit 2005 entwickelt Sven Websites, Brandings und digitale Strategien für Unternehmen im deutschsprachigen Raum. TÜV-zertifiziert für Verkaufspsychologie. Spezialisiert auf verkaufspsychologisch optimierte Websites für Ärzte, Anwälte und Unternehmer.

+49 (0) 2435 4209712 · info@huchel-medienagentur.de

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