Die Impressumspflicht verpflichtet Website-Betreiber, Kontaktdaten und Identifikationsmerkmale anzugeben. Für Ärzte gelten erweiterte Anforderungen.
Was ist die Impressumspflicht?
Die Impressumspflicht ergibt sich aus § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG, ehemals TMG). Wer eine geschäftsmäßige Website betreibt, muss bestimmte Pflichtangaben leicht auffindbar bereitstellen. „Geschäftsmäßig" heißt nicht zwingend kommerziell. Schon eine Praxis-Website, die Leistungen darstellt und Kontaktmöglichkeiten bietet, fällt darunter.
Das Impressum muss von jeder Unterseite aus mit maximal zwei Klicks erreichbar sein. In der Praxis heißt das: ein Link im Footer oder Header, der klar mit „Impressum" beschriftet ist.
Welche Angaben müssen Ärzte machen?
Für Arztpraxen gelten über die Standardangaben hinaus erweiterte Pflichten. Neben Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse gehören diese Informationen ins Impressum:
- Berufsbezeichnung und Staat der Verleihung: z. B. „Arzt, approbiert in der Bundesrepublik Deutschland"
- Zuständige Ärztekammer: mit vollständiger Bezeichnung und Adresse
- Berufsrechtliche Regelungen: Verweis auf die Berufsordnung, das Heilberufsgesetz des jeweiligen Bundeslandes und ggf. die Gebührenordnung
- Umsatzsteuer-ID: sofern vorhanden
Bei Gemeinschaftspraxen, MVZ oder Praxen in der Rechtsform einer GmbH kommen weitere Angaben hinzu, etwa Handelsregistereintrag und vertretungsberechtigte Personen.
Risiken bei fehlerhaftem Impressum
Ein fehlendes oder unvollständiges Impressum verstößt gegen geltendes Recht und kann abgemahnt werden. Abmahnvereine und Wettbewerber nehmen fehlerhafte Impressumsangaben regelmäßig zum Anlass für kostenpflichtige Abmahnungen. Die Kosten liegen meist im dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich. Dieser Aufwand ist vermeidbar.
Besonders häufige Fehler: fehlende Angabe der Ärztekammer, eine veraltete Rechtsform nach Umstrukturierung der Praxis oder ein Impressum, das nur als Bild eingebunden und deshalb nicht maschinenlesbar ist.
Prüfe Dein Impressum mindestens einmal im Jahr, etwa nach Personalwechseln, einer neuen Rechtsform oder einem Praxisumzug. Datenschutzrechtliche Anforderungen, die über das Impressum hinausgehen, behandelt der Glossar-Eintrag zur DSGVO im Gesundheitswesen. Welche Werbebeschränkungen für Ärzte online gelten, liest Du im Beitrag zum Heilmittelwerbegesetz.
Fazit
Ein vollständiges Impressum mit allen Pflichtangaben für Ärzte schützt Deine Praxis vor teuren Abmahnungen und ist in wenigen Minuten erstellt. Vergiss nicht die Angaben zur zuständigen Ärztekammer und zu den berufsrechtlichen Regelungen. Diese Punkte fehlen auf Arzt-Websites am häufigsten.
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